Die Sturmandacht

Sturmandacht Marienberg

Um 20 Uhr, wenn die Sonne in den Fenstern erloschen ist, treffen sich die Wallfahrer aus Dülmen zur "Sturmandacht", eine gleichermaßen eigenartige wie eindrucksvolle Frömmigkeitsform, bei deren Schlussfürbitten die "Ave Maria" mit erhobenen Händen gebetet werden. Maria wird "bestürmt". Wie kleine Kinder, die der Mutter beide Arme entgegenrecken, um schützend hoch genommen zu werden: Alles einsetzen, alles aufbieten, um ihr Gehör zu finden.

Dieses Kernstück der Wallfahrt, so sagen Fachleute, sei so alt wie die Wallfahrt selber. Die Pilger haben ihre Sturmandacht verteidigt, gegen alle Kritiker und Erneuerer. Freilich räumen die Seelsorger ein: "In unseren Pfarrkirchen wäre selbst an Marienhochfesten eine solche Andachtsform undenkbar."

Aber in Neviges ist das anders. Man darf es nicht als religiöse Schwärmerei ab tun. Verstehen, so heißt es, wird man den Brauch nur, wenn man als "Pilger" dabei ist und nicht nur als "Zuschauer". 

In die beginnende Nacht hinein bewegt sich die Lichterprozession zum Marienberg.